Große Sicherheitsmängel an Europas wichtigster Güterzug-Trasse ?!

Feuerwehren können nur schwer retten – große Gefahr für Millionen Menschen
entlang der Gleise

Diese Seite dokumentiert die jahrelangen Bemühungen der Bürgerinitiativen, eine angemessene Sicherheitstechnik zu erreichen,  die den stark gestiegenen Risiken gerecht wird.

Wir Bürgerinitiativen sind für mehr Güter- und Gefahrgut-Transport auf der Schiene, aber bitte nur mit sachgerechter Sicherheitstechnik.

Auf der wichtigsten Güterzug-Trasse Europas fahren immer mehr Gefahrgüter. Die niederländische Staatssekretärin für Infrastruktur, Sharon Dijksma, bezeichnet diese Güterzüge als „Gift- und Explosionszüge“ und möchte dichtbesiedelte Gebiete in Brabant, Gelderland und Overijssel davon verschonen. Diese „tickenden Zeitbomben“ sollen stattdessen über die sicherere Betuwe-Route Richtung Zevenaar gelenkt werden. Ab Emmerich führen diese Gleise weiter durch den Kreis Wesel in Ballungsraum Ruhrgebiet und durch Großstädte wie Düsseldorf und Köln – aber ganz ohne besondere Sicherheitsvorkehrungen.
Quelle: NRZ vom 4. August 2017.

Explosion im Bahnhof von Virareggio 2009 – 32 Tote
Quelle: hier

Das Problem betrifft die durch ganz NRW führende Zug-Trasse, den so genannten Rhein-Alpen-Korridor, die wichtigste Güterzug-Trasse Europas. Schon heute rollen extrem viele Gefahrgüter, diese Trasse verbindet Europas Chemie-Industrie. Die Trasse ist in den Niederlanden per Gesetz für den Transport aller Gefahrgüter verpflichtend vorgeschrieben – und entsprechend stark gesichert.

Im deutschen Abschnitt der so genannten Betuwe-Linie warnten bis 2018 die staatlichen Feuerwehren öffentlich und gemeinsam, von Oberhausen bis Emmerich: Beim Ausbau der Güterzug-Trasse Betuwe wird keine ausreichende Sicherheits-Technik gebaut. Die Feuerwehren könnten im Ernstfall Menschen nicht retten und Waggons nicht kühlen, um Explosionen zu vermeiden. 2018 wurde ein Kompromiss ausgehandelt, der die Probleme Löschwasser und Rettungszugänge lösen soll. Elektrische Erdung durch Feuerwehren und Informationssysteme sind jedoch noch nicht realisiert.

Die Niederlande zwingen ab 1.4.2015 per Gesetz möglichst alle Gefahrgüter per Schiene zu transportieren, und zwar über die Betuwe-Linie. Begründung: Die Betuwe ist auf niederländischer Seite als Gefahrgut-Trasse ausgebaut und sehr gut gesichert, das vermeidet unnötigen Risiken für die niederländische Bevölkerung.

In Deutschland gibt es dagegen noch nicht einmal eine Risiko-Analyse. Das Eisenbahnbundesamt stellt in der Planfeststellung vom 13. Februar 2019 für den Abschnitt Rees amtlich fest: „Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass die Strecke, jetzt oder in Zukunft, überproportional durch Gefahrguttransporte beansprucht wird.“ Obwohl die Betuwe ein Teilstück der wichtigsten Güterzug-Trasse Europas ist (laut Europäischer Union, siehe EVTZ), und laut Umweltbundesamt auch die zentrale Verbindung der europäischen Chemie-Industrie, sollen die kleinen Kommunen entlang der Strecke für Sicherheit sorgen. Die Bezirksregierung Düsseldorf als Träger öffentlicher Belange sieht für sich keine eigene Betroffenheit, keine Verantwortlichkeit für Sicherheit und Katastrophenschutz.

Wir meinen: Feuerwehren brauchen 

  • Lokale Stromabschaltung
  • Ein Informations-System zum geladenen Gefahrgut
  • Stetige Kontrolle der Zusammenladeverbote für die Beförderung gefährlicher Güter, gemäß der europäischen Übereinkunft „ADR„. Die Ladungen und die Wagon- Reihenfolgen sollten in einem digitalen Echtzeit-Informationssystem, wie z.B. dem ISG in den Niederlanden, für die Feuerwehren abrufbar sein
  • Einsehbarkeit von Unfallstellen, also transparente Lärmschutzwände

Alle Verantwortlichen

  • Deutsche Bahn AG
  • Bundesverkehrsministerium
  • Eisenbahnbundesamt (Präsident)
  • Bundesregierung (Bundeskanzlerin)
  • Landesregierung NRW (Ministerpräsidentin, Minister)
  • Europäische Union (Kommissionspräsident, Abgeordnete)
  • Bezirksregierung Düsseldorf
  • Kommunalpolitiker (Landräte, Bürgermeister)

wissen um die Probleme, nicht zuletzt auch durch die öffentlichen Proteste der Bürgerinitiativen. Unsere Briefe und Antworten der Verantwortlichen hier oder unter www.betuwe-niederrhein.de

Sie alle wissen, dass keine Sicherheit nach dem Stand der Technik, nach den aktuellen Standards in der Europäischen Union  gewährleistet ist. Sie alle wissen, wie umfassend und stark Gleise in den Niederlanden gesichert sind.

Wir Bürger werden in die Irre geführt mit Verfahrensbürokratie, mit wechselnden Zuständigkeiten und Eisenbahnrecht aus dem 19. Jahrhundert. Die Landesregierung NRW diskreditiert uns als Arbeitsplatz-Vernichter, und als Gartenzwerge, die eine Idylle ohne Verkehr wollen. Eine Schande für unser Gemeinwesen sind diese unsachliche Haltungen! Wir wollen schnelle und sichere Logistik für unsere Wirtschaft, wir wollen zeitgemäße und nachhaltige Technologie für uns und nachfolgende Generationen.

Diese Seite dokumentiert die jahrelangen Bemühungen der Bürgerinitiativen, eine angemessene Sicherheitstechnik zu erreichen,  die den stark gestiegenen Risiken gerecht wird.