Heimlich 5.000 Tonnen chlor in sechs wochen – 24. Mai 2019

Geheime Gefahrguttransporte sorgen erneut für Zündstoff

„Unter strengen Sicherheitsvorschriften“ werden in den kommenden Wochen 5.000 Tonnen Chlor über die Betuwe-Route von Ibbenbüren über Oberhausen über Emmerich und weiter über die deutsche Grenze bei Zevenaar nach Geldermalsen transportiert. Die genauen Daten, an denen der Zug fährt, bleiben geheim.

Antenne Niederrhein meldet am 24. Mai 2019:

Die Sicherheit von Gefahrguttransporten auf der Güterzugstrecke zwischen Oberhausen, Emmerich und den Niederlanden wird derzeit wieder heftig diskutiert.

Aktueller Anlass ist ein Gütertransport von 5.000 Tonnen hochgiftigem Chlor, der vom westfälischen Ibbenbühren über die Grenze bei Emmerich in die Niederlande rollen soll. Laut der niederländischen Zeitung „De Gelderlander“ soll dieser Transport im Zeitraum zwischen Mitte Mai bis Ende Juni stattfinden. Auf Anfrage von Antenne Niederrhein sagte das Eisebahnbundesamt dazu nur, dass es keine Meldepflicht gebe, solange alle Sicherheitsvorschriften eingehalten werden. Die niederländischen Anrainerkommunen werden grundsätzlich über den genauen Zeitpunkt solcher Transporte informiert, da es dort der Gesetzgeber so vorschreibt. Das ist aber in Deutschland nicht der Fall. Hier erahlten die Anrainerkommuen überhaupt keine Informationen, so der Reeser Bürgermeister und Sprecher der AG Betuwe Christoph Gerwers in einem Gespräch mit Antenne Niederrhein.

Quellen:

Antenne Niederrhein Aktuell vom 24. Mai 2019

https://www.antenneniederrhein.de/aktuell/regionale-nachrichten/index.html

de Gelderlander vom 23. Mai 2019

https://www.gelderlander.nl/overbetuwe/5-000-ton-chloor-dendert-op-een-geheim-moment-binnenkort-door-deze-regio~a3371f2b/

Sorgen in den Niederlanden – 12. Mai 2019

In den Niederlanden sind sich alle einig: Zugwaggons mit Flüssiggas oder giftigen Stoffen sollten so wenig wie möglich durch bewohnte Gebiete gefahren werden. Betrachtet man jedoch die Zahlen der letzten Jahre, so zeigt sich, dass der Transport solcher Stoffe auf der Schiene zwischen 2013 und 2017 um 22 Prozent zugenommen hat.

Vor drei Jahren, im Jahr 2016, haben die Bürgermeister von Breda, Tilburg, Eindhoven, Helmond und Deurne Alarm geschlagen. Sie sind verärgert, weil der Transport von Giftstoffen über die Brabanter Route – entgegen den Vereinbarungen – zugenommen hat.

Anfang dieses Jahres werden sieben Gemeinden der Eisenbahnen und der Provinz erneut einen Brief an den zuständigen Staatssekretär schicken . Sie bestehen auf einem schnellen Gespräch. Die Sorgen wegen zunehmenden Gefahrgut-Transporten ist groß.

Barbara Terlingen berichtet in Ihrem Artikel in der NOS Niederlandse Omroep Stiching ausführlich über die Sorgen in den Niederlanden und dokumentiert die steigenden Gefahrgut-Mengen. Hier zu lesen:

Artikel in der NOS vom 9. Mai 2019